Auch wenn Hochsensible und Hochbegabte keine zwingend deckungsgleichen Gruppen sind, zeigt es sich im lösungsorientierten Coaching als hilfreich, Definitionen erweitert zu betrachten. Gründe dafür sind, dass in der Realität Grenzen sich fließend und wechselhaft zeigen sowie Stärken und Schwächen sich oftmals gegenseitig im Wege stehen. So kommt es, dass Messungen in diesen Bereichen schwierig sind.

Insbesondere Hochsensibilität lässt sich nicht messen. Psychologen schätzen ihren Anteil auf etwa 10-20% der Bevölkerung. Die Messung von Hochbegabung hat auch ihre Tücken. IQ-Messwerte unterliegen gewissen Streuungen und Ungenauigkeiten. Insbesondere Hochsensible liegen in Tests oft unter ihrer Leistungsfähigkeit. Viele wollen ihren IQ nicht messen lassen. Die Grenzen zwischen hochintelligent und hochbegabt sind fließend.

Hochsensibilität und Hochbegabung führen zu einer von der Mehrheit unterschiedlichen Wahrnehmung, die neuronal, also körperlich bedingt ist. Dieses unterschiedliche Wahrnehmen und Erleben von Situationen ist daher ein mögliches Erkennungsmerkmal und gleichzeitig der Ausgangspunkt für das Coaching.

Um berufliche Herausforderungen erfolgreich meistern zu können ist es sinnvoll, diesen Umstand in allen beruflichen Situationen grundlegend zu berücksichtigen. Dadurch ergeben sich zahlreiche Ansatzpunkte zur Optimierung von Situationen wie Konkurrenz, Führung, Konfliktbewältigung,  Verhalten in Teams und Organisationen. Auch für die Stärken-Schwächen-Analyse ist dieser Umstand elementar, daraus folgend für Stellenbesetzungen, Berufswege- und Karriereplanung, Team- und sogar Organisationsentwicklung.

Längerfristige Folge der klareren Selbsterkenntnis ist eine realistischere Einschätzung der eigenen Stärken und Schwächen sowie derer von KollegInnen, Teams und Organisationen. Daraus folgt eine bessere Steuerung von Situationen, höheres Selbstbewusstsein, eine größere psychische Stabilität, höhere Stressresistenz, höhere Resilienz.

Die positive Auswirkung der diesbezüglichen Selbsterkenntnis, mit der man zunächst als Gedankenspiel beginnen kann, belegt deren Wirklichkeit.

Zu den Themen Hochsensibilität und Hochbegabung gibt es bereits zahlreiche Veröffentlichungen. Unter „Literatur“ und „Test-Links“ finden Sie entsprechende Literaturtipps und Links.

Ebenda finden Sie ein paar Online-Tests zur spielerischen Sammlung von Selbsteinschätzungs-Anregungen. Spielerisch ist hier gemeint im Sinne von Lernen mit Freude.